Kurz: Die Bruttomietrendite ist die einfachste Kennzahl zur ersten Einschätzung eines Renditeobjekts: Jahresnettokaltmiete ÷ Kaufpreis × 100. Sie blendet Erwerbsnebenkosten und Bewirtschaftungskosten aus und ist damit immer höher als die Nettorendite. Trotz ihrer Grobheit ist sie das marktübliche Schnellmaß zum Vergleich von Angeboten.

Definition und Formel

Bruttomietrendite = (jährliche Nettokaltmiete ÷ Kaufpreis) × 100. Wichtig: Es zählt die nachhaltig erzielbare Miete, nicht die gerade vereinbarte Ist-Miete. Bei Leerstand wird die marktübliche Miete laut Mietspiegel angesetzt. Bei deutlich unter Markt vermieteten Wohnungen sollte mit der nachhaltig anhebbaren Miete gerechnet werden.

Realistische Werte 2026

Die marktüblichen Bruttomietrenditen variieren stark nach Lage und Objekttyp:

LageBruttomietrenditeEntsprechender Faktor
A-Lage (München, Hamburg-Mitte)2,9–3,6 %28–34×
B-Stadt (Hannover, Leipzig)4,5–5,5 %18–22×
C/D-Lage (ländlich)6,0–8,5 %12–17×

Abgrenzung zur Nettorendite

Die Nettorendite zieht von der Jahresnettokaltmiete die Bewirtschaftungskosten (Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfallwagnis) ab und addiert die Erwerbsnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) zum Kaufpreis. Faustregel: Nettorendite ≈ Bruttorendite minus 1,2 bis 1,8 Prozentpunkte. Eine Bruttorendite von 5,0 % entspricht damit oft einer Nettorendite von nur 3,5 %.

Praxisbeispiel

Ein 6-Parteien-Haus in Leipzig kostet 1,3 Mio. € und erzielt 78.000 € Jahresnettokaltmiete. Bruttomietrendite = 78.000 ÷ 1.300.000 = 6,0 %. Nach Abzug von 22 % Bewirtschaftungskosten (17.160 €) bleibt Reinertrag 60.840 €. Erwerbsnebenkosten in Sachsen: ca. 9 % (5,5 % GrESt + 2 % Notar + Makler). Gesamtkapitaleinsatz = 1,417 Mio. €. Nettorendite = 60.840 ÷ 1.417.000 = 4,29 % — also rund 1,7 Prozentpunkte unter brutto. Mehr im Multiplikator-Ratgeber.

Häufige Fehler

Verwandte Begriffe

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