Kurz: Die Grunderwerbsteuer ist eine einmalige Verkehrsteuer beim Immobilienkauf. Sie zahlt der Käufer und liegt — je nach Bundesland — zwischen 3,5 % (Bayern, Sachsen) und 6,5 % (NRW, SH, Brandenburg, Saarland, Thüringen). Bemessungsgrundlage ist in der Regel der notarielle Kaufpreis. Beim Mehrfamilienhaus ist sie ein wesentlicher Renditefaktor — bei 1,5 Mio. € Kaufpreis in NRW reden wir über 97.500 €.

Sätze nach Bundesland 2026

BundeslandSteuersatz
Bayern, Sachsen3,5 %
Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bremen5,0 %
Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt6,0 %
Baden-Württemberg5,0 %
NRW, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Saarland, Thüringen6,5 %

Bemessungsgrundlage und Ausnahmen

Bemessungsgrundlage ist der im Notarvertrag vereinbarte Kaufpreis inkl. mitverkaufter Inventarbestandteile, die mit dem Grundstück fest verbunden sind. Nicht zur Bemessung gehört bewegliches Inventar (Küchen, Möbel) — wird es separat ausgewiesen, spart das Steuern (Achtung: realistische Werte, sonst Risiko von Steuerhinterziehung). Ausnahmen von der Steuerpflicht:

Share-Deal als Sparmodell

Beim institutionellen Erwerb wird oft kein Asset-Deal (direkter Immobilienkauf), sondern ein Share-Deal gewählt: Erwerber kauft 89,9 % einer Objektgesellschaft, die die Immobilie hält — knapp unter der Grunderwerbsteuer-Schwelle (seit 2021: 90 %). Damit fällt keine Grunderwerbsteuer an. Für Privatinvestoren mit 1–3 Mehrfamilienhäusern ist der Aufwand (GmbH-Gründung, Notar, Steuerberater) meist zu hoch — ab 5 Mio. € Volumen wird es interessant.

Praxisbeispiel

Kauf eines 6-Parteien-Hauses in Köln (NRW) für 1,8 Mio. €. Grunderwerbsteuer = 1.800.000 × 6,5 % = 117.000 €. Plus Notar/Grundbuch ca. 1,8 % = 32.400 €. Plus Maklerprovision (hälftig, 3,57 % brutto inkl. USt) = 64.260 €. Erwerbsnebenkosten gesamt: 213.660 € = 11,87 % auf den Kaufpreis. Damit liegt der tatsächliche Kapitaleinsatz bei 2,01 Mio. € — was die Bruttorendite von nominell 5,3 % auf real 4,75 % senkt.

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